Neues Medikament gegen Glutenunverträglichkeit
Leidest du an Zöliakie und starrst sehnsüchtig auf dein glutenfreies Brot? Es gibt endlich gute Nachrichten! Ein neues Medikament gegen Glutenunverträglichkeit entwickelt von Professor Dr. Dr. Detlef Schuppan und seinem Team an der Universitätsmedizin Mainz. Kann dies der Durchbruch in der Behandlung der Zöliakie sein?
Stell dir vor: Du musst nicht mehr bei jedem Restaurantbesuch Angst haben, dass Spuren von Gluten auf deinem Teller landen. Doch wie wirkt das neue Medikament und was bedeutet es für Millionen Betroffene weltweit?
Endlich ein Medikament gegen Glutenunverträglichkeit
Dieses Medikament zielt darauf ab, die Entzündungen im Dünndarm zu hemmen und so schwere Folgeschäden zu verhindern. Das ist besonders wichtig für Betroffene, die trotz strenger glutenfreier Ernährung immer noch Beschwerden haben.
Die Herausforderung der glutenfreien Ernährung
Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Verzehr von Gluten – ein Protein, das in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt – zu einer Entzündung des Dünndarms führt. Etwa ein Prozent der Bevölkerung ist davon betroffen.
Für diese Menschen bedeutet eine glutenfreie Ernährung ein lebenslanges, diszipliniertes Vermeiden von glutenhaltigen Lebensmitteln. Doch wie Schuppan erklärt, ist das in der Praxis oft schwieriger als gedacht. Gluten ist ein weit verbreiteter Zusatzstoff, der in vielen verarbeiteten Lebensmitteln in Spuren vorkommen kann.
Das Problem mit Spuren von Gluten

Für etwa ein Drittel der Zöliakie-Patienten reicht schon die kleinste Menge Gluten aus, um starke Symptome wie Bauchschmerzen und Durchfall auszulösen. Das Hauptproblem für diese Betroffenen ist nicht etwa, dass sie keine Pizza oder Pasta essen können, sondern die ständige Angst vor verstecktem Gluten in Lebensmitteln.
Betroffene leben dauernd mit der Furcht, dass sie kleine Mengen an Gluten zu sich nehmen, die ihrem Dünndarm große Schäden zufügen können.
(Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan, Leiter Zöliakie-Ambulanz, Universitätsmedizin Mainz)
Diese winzigen Verunreinigungen können den Dünndarm stark schädigen und zu langfristigen Komplikationen wie Knochenschwund, Blutarmut und sogar zu Tumoren im Dünndarm führen.
Hoffnung durch Enzymhemmung
Hier setzt das neue Medikament gegen Glutenunverträglichkeit an. Es basiert auf der Entdeckung eines körpereigenen Enzyms, der Transglutaminase, die im gesamten Darm vorkommt. Bei Zöliakie-Betroffenen bildet der Körper Antikörper gegen dieses Enzym.
Das Medikament, ein Hemmstoff der Transglutaminase, verhindert, dass das Gluten im Darm aktiv wird und somit eine Entzündungsreaktion auslöst. Die ersten Studienergebnisse sind vielversprechend und zeigen, dass das Medikament eine schützende Wirkung auf die Dünndarmschleimhaut hat.
Baldige Zulassung von Medikament gegen Glutenunverträglichkeit
Laut Professor Schuppan könnte das Medikament gegen Glutenunverträglichkeit in etwa zwei Jahren auf den Markt kommen. Es ist besonders für Patienten gedacht, bei denen trotz strenger glutenfreier Diät weiterhin Entzündungen auftreten. Diese Patienten könnten das Medikament als Dauermedikation einnehmen.
Auch andere Zöliakie-Betroffene könnten davon profitieren, indem sie das Medikament prophylaktisch nutzen, um auch außerhalb der eigenen Küche ohne Angst vor glutenbedingten Beschwerden essen zu können.
Ein Gewinn an Lebensqualität

Ein interessanter Aspekt des Medikaments ist seine Fähigkeit, etwa ein Fünftel eines normalen Glutenkonsums zu neutralisieren. Bei einer normalen Ernährung sind das etwa 15 Gramm Gluten pro Tag, von denen drei Gramm durch das Medikament toleriert werden könnten.
Das bedeutet nicht, dass Betroffene sich wieder glutenhaltig ernähren können, aber es bietet mehr Sicherheit und Flexibilität im Alltag. Das Medikament soll die glutenfreie Ernährung unterstützen und den Betroffenen mehr Lebensqualität bieten.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Das neue Medikament gegen Glutenunverträglichkeit ist ein bedeutender Fortschritt und könnte vielen Menschen das Leben erheblich erleichtern. Auch wenn eine komplett glutenhaltige Ernährung weiterhin keine Option sein wird, bietet die Aussicht auf weniger strenge Diätvorschriften und eine geringere Angst vor verstecktem Gluten eine immense Erleichterung.
Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Entwicklung nicht nur die Symptome lindert, sondern auch langfristige Schäden am Dünndarm verhindert. Ein kleiner Schritt für die Medizin, aber ein großer Schritt für alle Zöliakie-Betroffenen.